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FHM-MAGAZIN.DE, März 2006

, 27. März 2015

Hinter Gittern

Helge Timmerbergs Tierleben hat seine Grenzen

Timmerberg, einer der begnadetsten, verrücktesten deutschsprachigen Journalisten, ging einfach mal in den Zoo und schaute sich diverse Tiere an. Und hier berichtet er über sie in seiner umwerfend lakonischen Art. Das ist verdammt komisch und so gar nicht das, was du noch von früher aus Heinz Sielmanns Expedition ins Tierreich kennst – obwohl Sielmann sich nicht zu schade war, das Vorwort zu schreiben, was ihn zu einem sehr coolen alten Mann macht. Timmerberg sitzt zum Beispiel vor dem Eisbärengehege und da kommen zwei Bodybuilder vorbei. Einer ruft: “Euch catch ich um.” Timmerberg malt sich aus, was wirklich passieren würde, stiege der Bodybuilder in den Ring: “Ein beliebter Griff im Eisbären-Catchen geht so: Das Tier umarmt den Gegner und reißt ihn von hinten in zwei Hälften. Und aus.” Der Tiger ist ebenfalls ein garstiger Geselle: “Die Kraft des sibirischen Tigers ist für das Töten von Hirschen, Wildschweinen und Braunbären gemacht, für den Menschen braucht er nur eine Ohrfeige, dann ist der Kopf in Scheiben.” Und: “Ein Mensch, der vor einem Amur-Tiger wegläuft, hat so viele Chancen wie eine angebundene Kuh.” Auch eine Begegnung mit einem Jaguar kann ungemütlich werden: “Als einzige Großkatze tötet der Jaguar nicht durch einen Biss ins Genick. Er knackt die Schädel mit seinen Eckzähnen.” Und selbst vermeintlich harmlose Tiere wie Kamele haben ihre Waffen: “Sie spucken treffsicher bis zu drei Metern. Anfangs nur, was sie an Spucke im Maul haben, aber wenn sie richtig wütend sind, holen sie ihren Mageninhalt nach vorn. Und dann bist du nass.”

Das Buch ist dennoch eine Liebeserklärung an die Schöpfung, aber ohne Kitsch. Klar ist: Jedes der vorgestellten Tiere hat eine Menge guter Gründe, uns Menschen böse zu sein.

Beste Stelle: “Irgendwann in ferner Zukunft übernimmt eine andere, tausendmal intelligentere Existenz als wir das Regiment auf diesem Planeten und dann bauen sie einen Menschenzoo mit einem Gehege, das exakt wie eine Straßenkreuzung aussieht, mit Hausfassaden, Balkons, Cafés, Kinderspielplätzen und Ampeln. Und drumherum stehen die neuen Herren der Erde und werfen Leckereien über die Mauer. Und wie fände ich das? Wenn’s keine Bananen wären, sondern ein kühles Bier, ginge das okay.” (SM) *****

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Jetzt habe ich auch eins. Laßt es uns hier gemütlich machen. Noch bin ich da locker. Die Grundeinrichtung steht. Ein paar Bücher, ein paar Videos und hier der Pudding Shop. Ich schlage vor, hier treffen wir uns.

Das Original steht gegenüber der Blauen Moschee in Istanbul. Der Laden ist legändär. 1970 war es der Treffpunkt der Hippies, die nach Indien wollten, oder die von Indien zurück kamen. Damals, ich wage es kaum zu sagen, gab es noch kein Internet. Aber auch offline kann geil sein. Alles was ich über die nächsten 5000 Kilometer nach Osten wissen musste, erfuhr ich im Puddingshop. So in etwa stelle ich mir das hier vor. Und esst einen Pudding, immer wenn ihr auf diese Seite geht.