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Berliner Illustrirte Zeitung, 29. Oktober 2006

, 3. April 2015

Dreiundzwanzig Sonntagsfragen …
an Helge Timmerberg, Reisejournalist

Heute ist Sonntag

Wo wachen Sie auf?
In Berlin

Und wer liegt neben Ihnen?

Eine Serbin. Belgrad’s Best. Meine Freundin.

Was fehlt zu ihrem Glück?

Die Erkenntnis, dass nichts fehlt.

Sind Sie ein Sonntagskind, oder haben Sie sich erkämpft, was Sie sind?

Ja und nein, und dann doch wieder ja. Das erste Ja, weil mir Talent in die Wiege gelegt wurde. Das Nein, weil ich trotzdem hart arbeite. Das zweite Ja, weil die Einsicht und die Fähigkeit zu harter Arbeit auch ein Geschenk ist.

 

Sonntagsläuten

Wenn ich es höre, denke ich …

… an die Zeit, in der die Welt noch in Ordnung war.

Und welche Musik werden Sie heute hören?

Tony Joe White. Er ist Kult unter Rock- und Bluesmusikern. Eine Art graue Eminenz der Szene. Beste CD: “Hot July”.

Wann haben Sie zuletzt gebetet?

Neulich. 

Gott ist …?

… wenn die Sonne scheint.

Der Mensch ist …?

… jemand, der sich trotzdem einen Regenschirm kauft.

 

Sonntagsbraten

Der Duft löst bei mir …

… Übelkeit aus. Ich bin Vegetarier. Schon seit meiner Kindheit.

Familie ist …?

… die Gewissheit oder zumindest die faire Chance, nicht alleine zu sterben.

Heimat ist …?

… dort, wo man sich wie ein Fisch im Wasser bewegen kann. 

Deutschland bedeutet mir …?

… das Land der Dichter und Denker. 

Wen laden Sie zu Ihrem letzten Mahl ein, und was wird serviert?

Die Frage erschreckt mich.

 

Sonntagsspaziergang 

Wohin?

In den Zoo.

Was war der schönste Weg Ihres Lebens?

Von Gangotri nach Gaumukh, zur Quelle des Ganges. Himalaya. Indien. 4000 Meter über Null.

Was war der schwerste Weg Ihres Lebens?

14 Tage durch den Amazonas, am Oberlauf des Rio Negro, mit einer Gruppe von Goldsuchern. Jaguare, Krokodile, Schlangen, von Armeehubschraubern gejagt.

Ihr bester Freund, was macht ihn aus?

Ich habe mehrere beste Freunde. Was sie ausmacht, ist nicht ihre Treue, obwohl sie treu sind, sondern der Spaß, mit ihnen zusammen zu sein.

Hat Sie einmal jemand gerettet?

Gute Frage. Nicht, dass ich wüsste. Aber das muss nichts heißen. Man kriegt es ja nicht immer mit, wenn einer uns vor irgendwas rettet. Man kriegt es nur mit, wenn er es nicht getan hat.

 

Morgen ist Montag 

Was erwartet Sie?

Eine Zugfahrt. Ein Hotel. Eine Lesung. Ein Bier.

Woran arbeiten Sie gerade?

“Shiva Moon” unter die Leute zu bringen.

Was können Sie am besten?

Schreiben 

Was fällt Ihnen schwer?

Nein zu sagen.

 

Zur Person

Journalisten nehmen sich zu ernst und wissen immer alles besser, hat Helge Timmerberg einmal gesagt. Und doch ist er selbst einer geworden, nachdem er als 17-Jähriger in vier Monaten von Bielefeld bis zum Himalaja getrampt war und dort die Eingebung hatte, dass dieser Beruf genau das richtige für ihn sei. Timmerberg, 1952 im hessischen Dorfitter geboren, machte also nach seiner Rückkehr ein Volontariat bei der “Neuen Westfälischen”, arbeitete dort einige Jahre als Lokalreporter und schrieb später für fast jede bekanntere deutsche Tages- oder Wochenzeitung. Im Auftrag verschiedener Redaktionen testete er Drogen und wurde schon bald für seinen sehr subjektiven Schreibstil bekannt. Am heimischen Schreibtisch aber hielt es Timmerberg nie lange. Seit mehr als drei Jahrzehnten reist er um die Welt, lebte zwei Jahre in Havanna und drei Jahre in Marrakesch. Die besten Reportagen kamen auch als Bücher heraus. Gerade erschien “Shiva Moon. Eine Reise durch Indien”, in dem er über das Land schreibt, das er nun schon fast 30 Jahre kennt, “das zweite Zuhause meiner Seele”, wie es Timmerberg nennt.

Ansonsten wohnt er in Berlin.

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Jetzt habe ich auch eins. Laßt es uns hier gemütlich machen. Noch bin ich da locker. Die Grundeinrichtung steht. Ein paar Bücher, ein paar Videos und hier der Pudding Shop. Ich schlage vor, hier treffen wir uns.

Das Original steht gegenüber der Blauen Moschee in Istanbul. Der Laden ist legändär. 1970 war es der Treffpunkt der Hippies, die nach Indien wollten, oder die von Indien zurück kamen. Damals, ich wage es kaum zu sagen, gab es noch kein Internet. Aber auch offline kann geil sein. Alles was ich über die nächsten 5000 Kilometer nach Osten wissen musste, erfuhr ich im Puddingshop. So in etwa stelle ich mir das hier vor. Und esst einen Pudding, immer wenn ihr auf diese Seite geht.